Über Achtsamkeit und Glück …

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Achtsamkeit und Glück hängen zusammen …

Ich möchte heute etwas zum Thema Achtsamkeit und Glück schreiben, denn
manchmal werde ich gefragt, warum man Achtsamkeit “lernen” müsse. “Könne das nicht jeder? Ist das nicht normal im Alltag?”

Das Leben vor und nach der Industrialisierung …

Vielleicht lebten die Menschen früher achtsamer …?

Ich kann es nicht sagen. Die allgemeinen Verhältnisse und Lebensumstände waren zumindest anders: Vor der Industrialisierung gab es noch Großfamilien und auch keine Handys und keine Technik, die alles beschleunigten.

Durch die Industrialisierung und den Einzug von Computern an den Arbeitsplätzen und zu Hause veränderte sich unser Lebensstil zunehmend. Die Emanzipation brachte neue Familienstrukturen hervor. Großfamilien wurden von der Klein- und Kleinstfamilie (Drei Kopf-Familie /Alleinerziehende) abgelöst (lesen Sie dazu den Rezensions-Beitrag zum Buch Das Versagen der Kleinfamilie).

Das Computer-und Handy-Zeitalter beschleunigt alles. Uns bleibt keine Zeit mehr für Achtsamkeit und Glück …

Angekommen in der Hektik und im Hamsterrad …

Wir leben in Zeiten, in denen unsere Reaktionsschnelligkeit und unser Service daran gemessen werden, wie schnell eine Mail, eine SMS oder eine WhatsApp Nachricht abgearbeitet werden. In Verträgen schreiben wir, dass wir innerhalb von x- Stunden reagieren und bei Facebook und Twitter wird unsere Reaktionsschnelligkeit durch “Banner” und sonstigen Dingen belohnt. Wir hetzen von Termin zu Termin, tun manchmal zwei Dinge oder mehr zur gleichen Zeit und sind über mehr als zwei Kanälen gleichzeitig erreichbar.

Am Ende bleibt die Frage: Wo bleibt die Achtsamkeit in Ihrem Leben? Und was ist für Sie Glück?

Mein Lieblingstext zum Thema Achtsamkeit und Glück …

Ich habe einen schönen Text, den ich im ZENbo Balance gerne vorlese, über Achtsamkeit und über das Glück:

Ein ZEN-Meister wird gefragt, was er tue, um so glücklich zu sein. Er sagt: “Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich sitze, dann sitze ich. Wenn ich liebe, dann liebe ich…”
Die Fragesteller fallen dem Meister ins Wort und sagen: “Das tun wir doch auch, aber was machst Du darüber hinaus?”
Der Meister sagt wiederum: “Wenn ich stehe, dann stehe ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich. Wenn ich sitze …”
Wieder sagen die Leute: “Aber das tun wir doch auch!”
Der ZEN-Meister aber sagt: “Nein, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel…”

Das ist ein schöner Text, der etwas über die Achtsamkeit aussagt. Und immer wieder fällt meinen ZENbo Balance Teilnehmern auf,  dass wir einfach vergessen haben, was Achtsamkeit tatsächlich bedeutet.

Heute mit den Gedanken schon im Morgen oder noch in der Vergangenheit…

Im Achtsamkeitstraining geht es darum, im Jetzt und Hier anzukommen. Es geht darum, unsere wahren Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu spüren, anzunehmen und wertzuschätzen. Der Buddhist kommt mit Hilfe der Meditation in dieses Bewusstsein. Jeder trägt einen Buddha in sich selbst, nur spüren tun wir ihn selten. Durch Achtsamkeit unserem Geist gegenüber lernen wir, ihn und damit uns selbst (so wie wir sind) zu erkennen…

 

Achtsamkeit im Coaching …

Im Coaching machen wir zu Beginn auch ein Achtsamkeitstraining mit unseren Coachees. Nur nennen wir es eben anders … Wir nennen es Status Quo Erstellung und fragen in den Gesprächen immer wieder nach den Gefühlen und Bedürfnissen. In diesen Momenten gehen Sie dann bewusst in die Achtsamkeit mit sich selbst.

 

Funktionieren oder achtsam glücklich sein?

Ich bin der Ansicht, dass wir in der Achtsamkeit mit uns Selbst erst erfahren, wer wir wirklich sind und was wir tatsächlich fühlen. Viel zu oft “funktionieren” wir so, wie es andere von uns erwarten. Zu selten ist uns das bewusst. Ab dem Moment, in dem wir achtsam mit uns selbst sind, hören wir auf zu funktionieren und beginnen zu leben. In diesem Zustand bemessen wir Glück nicht mehr an materiellen Gütern, sondern an Liebe. Und das tun wir so, dass nicht nur unser eigenes Glück das Wichtigste in unserem Leben ist, sondern auch das Glück aller anderen Lebewesen in unserer Umgebung. Hier kommt dann auch einer der Gedanken des Buddhismus in der Achtsamkeit zum Tragen. Wir streben nach unserem und in der Folge auch nach dem Glück aller Lebewesen auf dieser Erde. (Ursache und Wirkung)

Wie ich seit einigen Monaten bewusst lebe…

Ich lebe die “Achtsamkeit” seit einiger Zeit. Natürlich merke ich auch, dass ich trotzdem noch immer wieder ins alte Muster falle. Was man über 40 Jahre gelernt hat, verliert man nicht von heute auf Morgen. In solchen Momenten übe ich mich in Geduld.

Aber die Zeit, in der ich es schaffe, in die Achtsamkeit zu gehen, lohnt sich. An diesen Tagen spüre ich tatsächlich Glück, Liebe für alle Lebewesen und tiefe Zufriedenheit. Plötzlich sind Neid und Eifersucht nicht mehr da, sondern tatsächlich der unbegrenzte Wille, dass es allen Menschen und Wesen um mich herum genau so gut geht. An diesen Tagen wünsche ich ihnen allen das gleiche Gefühl des Glücks.

Achtsamkeit und vegane Lebensweise begegnen sich dann am Ende …

Und vielleicht tendiere ich auch gerade deswegen immer mehr Richtung veganer Ernährung. Denn: Achtsamkeit, die in einem Selbst beginnt, weitet sich mit der Zeit auf alles andere um uns herum aus. Ein Prozess, den wir weder aufhalten können noch aufhalten wollen, wenn wir das Glücksgefühl daraus auch nur einmal empfinden durften …

 

(Fotos: pixabay.com)

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