Warum eine neue Blog-Serie “Mama Allein”?

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Warum ich diese neue Serie auflege, hat diverse Gründe:

Der beste Grund für diese Serie liegt darin, dass ich selbst eine alleinerziehende Mama bin. Auch wenn mein Sohn bereits 15 Jahre alt ist, so habe ich das Leben, das wir heute führen, vor acht Jahren begonnen und viele Phasen durchlebt, die ich gerne hier einbringen möchte. Sie gehen von negativen bis hin zu positiven Erlebnissen und Geschehnissen und hören auch nicht auf. Denn auch ein 15 jähriger Junge stellt eine alleinerziehende Mutter vor ungeahnten Herausforderungen.

Ein weiterer Grund liegt beim Stammtisch für alleinerziehende Mütter: Ab Januar 2020 betreue ich einen Stammtisch für Alleinerziehende Mütter, bei der Nachbarschaftshilfe Ismaning. Das erste Treffen wird kommende Woche am 17. Januar, abends, um 18.30 Uhr stattfinden (Es wird bei Voranmeldung Kinderbetreuung geben).

Anmeldungen sind direkt über mich möglich: info(at)Mama-brennt.de.

Der Sinn in diesem Stammtisch liegt darin, dass wir uns gegenseitig zuhören, unterstützen, aufbauen, miteinander lachen oder auch weinen, über Einsparpotentiale sprechen, Informationen und Tips austauschen und auch füreinander in Notfällen einspringen.

Warum nur alleinerziehende Mütter? Das liegt in der Natur dessen, dass wir beim ersten Anlauf, einen gemischten Stammtisch zu organisieren, mit einer negativen Erfahrung gescheitert sind: Es gab von Seiten einer männlichen Seite Vorwürfe und Anfeindungen gegen uns Mütter. Und DAS wollen wir ganz sicher nicht.

Ein weiterer Grund für diesen Blog ist, dass ich Stressmanagement-Coach bin und ganz genau weiß, dass der “Säbelzahntiger”, der alleinerziehende Mütter in den Stresszustand versetzt, nicht immer der gleiche ist, wie der für normale Frauen und Mütter mit Partner.

 

Ein bisschen Statistik:

Um die kommen wir hier nicht drumherum, denn irgendwie ist sie erschreckend und muss meiner Ansicht nach erwähnt werden:

Laut Statista gab es 2018 (aktuellere Zahlen liegen leider noch nicht vor) in Deutschland insgesamt

2.581.000 Alleinerziehende, davon waren

2.174.000 Mütter und lediglich

407.000 Väter

Insgesamt bezogen im Februar 2018 in Deutschland 35,2 Prozent aller Alleinerziehenden Hartz IV.

Von 2,58 Millionen Alleinerziehenden waren demnach 2018 im Februar 908.512 Alleinerziehende deutschlandweit Hartz IV-Empfänger.

Laut Statista lebten im Oktober 2018 knapp 6,73 Millionen Menschen in Deutschland von Arbeitslosengeld oder Hartz-IV-Leistungen, darunter über zwei Millionen Kinder und Jugendliche.

Alleinerziehende haben in der Politik keine ausreichende Lobby und haben viel zu oft das Nachsehen. Auch unser Steuersystem sollte meiner Ansicht nach angepasst werden: Auch wenn wir Mütter oder Väter eine Familie zu ernähren haben, werden wir nicht als Familie in der Art anerkannt, dass wir entsprechende Entlastungen erhalten. Schließlich ist hier nur eine einzige Person für die gesamte Familie und deren Finanzen zuständig.

Was macht den Alleinerziehenden aus?

Das ist ganz simpel: Sie / Er ist im Alltag ganz allein zuständig für ein oder viele Kinder. Wie es dazu kommt, alleinerziehend zu werden? Das kann durch Trennung, Scheidung oder aber auch tragischer Weise durch den Tod des Partners zustande kommen.

Warum die Serie Mama Allein und nicht Mama/Papa Allein?

Ich kann am besten darüber schreiben, was ich kenne. Und nachdem ich selbst eine alleinerziehende Mama bin, alleinerziehende Mütter coache und auch demnächst den Stammtisch mit alleinerziehenden Müttern in der Nachbarschaftshilfe Ismaning führe, ist es für mich klar: Die Serie heißt “Mama Allein”.

Ich habe sicher nichts gegen Alleinerziehende Väter und möchte diese nicht diskriminieren!

 

Ich suche deswegen für mein Gäste-Sofa Beiträge von alleinerziehenden Vätern!

Dies tue ich, weil ich es besonders wichtig finde, auch die andere Seite zu betrachten und ihr ein Sprachrohr zu geben. Das Leben ist nicht nur schwarz oder weiß. Väter haben Gefühle, Ängste, Hoffnungen und Freuden an die sie uns Mamas hoffentlich auch gerne teilnehmen lassen. Vielleicht können gerade diese Gastbeiträge ein Schritt zur besseren Kommunikation zwischen Vätern und Müttern sein und den Moment schaffen, in dem wir füreinander mehr Verständnis aufbringen.

Väter denken anders als Mütter, das ist Fakt. Männer sind anders als Frauen, das ist ebenso Realität. Und Alleinerziehende Mütter sehen vieles mit anderen Augen als alleinerziehende Väter…

Also: Liebe Alleinerziehende Väter, wenn ihr gerne schreibt und euch hier angesprochen fühlt, bitte nehmt mit mir Kontakt auf (Betreff: Papa Allein). Ich suche Beträge, die ich ab Februar 2020 bis Ende 2020 monatlich veröffentlichen darf.

Leider kann ich euch kein Geld für eure Beiträge bieten, aber dafür die Chance, uns Mamas und der Gesellschaft eure Sicht auf die Dinge zu zeigen. Gerne können die Beiträge auch anonymisiert werden bei Wunsch.

 

Was ich mit dieser Serie sicher NICHT suche:

Einen Partner.

Ich lebe seit vielen Monaten sehr glücklich in einer Fernbeziehung und bin nicht interessiert an Dates oder Sex-Angeboten.

 

Vorschau auf den ersten Beitrag am letzten Januar Wochenende 2020:

“Mama Allein – A, wie Angst”: Als mein Exmann und ich beschlossen, uns zu trennen, kam nach der ersten Erleichterung, aus einer unglücklichen Ehe hinauszukommen, ein Gefühl der großen Angst. Sie setzte sich auf meine Brust und meine Lunge, erschwerte mir das Atmen und versetzte mein Herz in einen Zustand, bei dem ich dachte, es könnte gleich aus meiner Brust heraus springen. Ich war gelähmt und spürte mich verloren und einsam, wie ich es so noch nie zuvor gespürt hatte…

2 Kommentare
  1. Theo
    Theo says:

    Was wird in unserer schnelllebigen, digital/medial aufgeschlossenen Gesellschaft als “allein” erziehend bezeichnet?
    Meist wird dem alleinstehenden Elternteil unterstellt, lediglich den Status innehaben zu wollen, um die in dem Zusammenhag stehenden “Vorzüge” zu genießen – manches Mal leider nicht zu unrecht, Hand auf’s Herz.
    Wie steht es um diejenigen, die weder Famiie noch einen Ex-Partner haben, um mental / physisch ein wenig unterstützt und/oder entlastet werden zu können und sich trotz aller Widrigkeiten (Alltag, Beruf ….), ebenfalls um die verbleibende Familie – sofern noch vorhanden – kümmern, wohlwissend, dass ihnen der Ex-Partner mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln das Leben zusätzlich und natürlich zu Lasten des Nachwuchses erschwert?
    Auch wenn zur finanziellen Entlastung u. U. viele Töpfe “angezapft” werden könnten, was vermutlich mit einem enormen administrativen Aufwand einhergeht, ist Zeit das kostbarste Gut dieser Menschen – denen fälschlicherweise nicht nur Ungeschicktheit sondern auch Einsamkeit, Frust etc. unterstellt, wird und somit geoutet werden nicht ganz gesellschaftsfähig sein, mit dem unterschwelligen Vorwurf selbst für ihren “Zu-/Umstand” verantwortlich/schuld zu sein.

    Antworten
    • Deborah Bichlmeier
      Deborah Bichlmeier says:

      Liebe Theo,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich freue mich immer wieder über Denkanstöße und neue Sichten auf die Dinge. Herzliche Grüße, Deborah

      Antworten

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