Wenn heute der letzte Tag in eurem Leben wäre…

Wir alle kennen die Frage „Stell Dir vor: Heute wäre der letzte Tag in Deinem Leben, was würdest Du noch tun?“

Ich stelle hier aber eine andere Frage: „Wäret ihr mit eurem bisherigen Leben zufrieden? Hättet ihr das Gefühl, alles getan zu haben, was euch wichtig war oder ist? Oder hättet ihr das Gefühl, etwas verpasst zu haben?“

Wie oft habe ich mir diese Frage gestellt …?

Vor drei Jahren noch, wäre es für mich eine Katastrophe gewesen, möglicher Weise abrupt Abschied von dieser Welt nehmen zu müssen. Vor drei Jahren war ich auf der Suche nach meinem Glück, meiner Lebensaufgabe und danach, wie ich die Dinge besser machen hätte können.

Heute gibt es nur zwei Dinge, die ich an einem letzten Tag bereuen könnte:

  1. Die Entwicklung meines Sohnes nicht weiter miterleben zu können
  2. Den Menschen, die mir wirklich viel bedeuten, nicht gesagt zu haben, wie viel sie mir tatsächlich bedeuten und wie sehr ich sie liebe

Aber was ist mit den Aufgaben und Tätigkeiten, die ich begonnen habe – und noch nicht zu Ende führen könnte?

Ja, das wäre sehr schade. Denn ich habe noch ein paar wirklich große Visionen und Ideen, deren Umsetzung mir sehr am Herzen liegt. Wenn ich es aber nicht schaffen könnte, sie zu beenden, dann wäre es zwar schade, aber keine Katastrophe. Denn ich weiß, ich habe schon einiges angestoßen, und durfte schon vieles erreichen. Ich sehe übrigens auch in den kleinen Dingen, die ich erreichen durfte, die großen Wirkungen.

Was würde ich noch bereuen, nicht erledigt zu haben?

  1. Ich möchte noch mindestens drei Bücher schreiben.
  2. Ich möchte einmal im Leben reiten, tauchen und Fallschirmspringen.
  3. Ich wünsche mir, Rom und den Himalaya zu sehen (auf dem Himalaya meditiert man wohl ganz besonders schön).

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht? Was wäre wenn heute euer letzter Tag wäre? …

Wenn euch noch so viel einfällt, dass die Liste unübersichtlich wird, gibt es eine mögliche Lösung: Morgen anfangen, die wichtigsten Dinge von der Liste zu erledigen.

Warum ich ausgerechnet am Ostersonntag darüber schreibe?

Das ist ganz einfach: Zu Ostern geht es um Tod und Auferstehung, es geht um das Loslassen und um den Neubeginn. Ein Tag, an dem unsere Liste noch viel zu lange ist, um loszulassen, kann der erste Tag für unsere Veränderung sein. Es kann der Tag sein, an dem wir die Richtung ändern können, so lange es noch nicht zu spät ist …

 

(Fotos: Pixabay.com)

2 Kommentare
  1. Markus
    Markus says:

    Sehr schön geschrieben. Danke, genau so sehe ich das auch! Nicht das Leben ist schön, sondern es mit den Menschen die man liebt jeden Tag zu genießen.

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    • Deborah Bichlmeier
      Deborah Bichlmeier says:

      Vielen Dank! Ja, die Menschen, die man liebt sind das Wichtigste. Vor allem auch das zu tun, was man selbst liebt und was authentisch ist. Immer wieder zieht sich Achtsamkeit durch unser Leben. Achtsamkeit uns selbst, den Menschen und allen Lebewesen um uns herum und unserer Welt gegenüber. Herzliche Grüße, Deborah

      Antworten

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