Über Grenzen und über Glaubenssätze …

Grenzen und Glaubenssätze …

Im Mutterleib gab es die eine und erste Grenze: Die natürliche, im Bauch der Mutter. Wir haben sie als Fötus nicht als einengend wahr genommen. Sie bot uns Sicherheit, Wärme und Nahrung.

Während des Geburtsvorgangs und nach der Geburt kamen die ersten zwei Traumen:

  1. Der Gang durch den engen Geburtskanal / oder das radikale Aufschneiden unseres Nestes durch einen Kaiserschnitt.
  2. Die plötzliche und unbegrenzte weite Welt, mit Licht und Finsternis, mit lautem Krach und vielen fremden Wesen im Wechsel. Wir nahmen es als Verlust der Wärme und der Geborgenheit wahr und wir weinten im ersten Reflex.

Und dann kamen diese Wesen, die sich Mutter, Vater, Oma, Opa, Tante, Kindergärtner, Lehrer, Dozent, Ausbilder … nannten und legten die ersten Grenzen und Glaubenssätze in und um uns fest. Sie streuten den Samen und der gedieh.

Die Grenzen waren meist nicht physischer Natur, aber trotzdem waren sie spürbar.Wir mussten aufs Töpfchen, wir lernten Besteck zu verwenden, wir durften nicht immer das sagen, wonach uns war, wir erlebten, dass Zeit begrenzt war und wie andere Menschen mit unseren Bedürfnissen umgingen oder aber auch nicht. Wir lernten die Liebe, den Hass, die Wut und die Trauer kennen. Und doch war selten jemand da, der uns sagte, woher diese Gefühle kamen und warum sie entstanden. Wir stellten sie und deren Herkunft nicht in Frage. Niemand erzählte uns etwas über Bedürfnisse.

Im Elternhaus lernten wir unter anderen: Chaos ist unerwünscht, wer etwas erreichen will, muss etwas leisten, Geld ist wichtig oder wer fett ist, ist hässlich, wer dünn ist, lebt mit dem Schönheitsideal (früher war es genau anders herum…).

Wir nahmen auch die moralischen Dogmen unserer Kultur mit, in der wir hineingeboren wurden.

Wenn die Pubertät das Gehirn neu baut…

Und dann kam die Zeit, in der wir für unsere Eltern „schwierig“ wurden. Unser Gehirn verfiel und baute sich wieder auf. Wir erfanden uns neu und stellten all das, was man uns lehrte, in Frage.

Wer in Begleitung von Eltern war, die die Entwicklung nicht mit Druck zu unterbinden versuchten, durfte sich frei entfalten und sich zu dem Menschen entwickeln, der er am Ende werden wollte.

Wer aber Eltern oder andere Bezugspersonen hatte, die Druck aufbauten, die die Entwicklung durch Strafen unterbanden, blieb in einem Käfig und da, wo er vielleicht gar nicht erst hin gehörte…

„Kinder gehen als Genies in die Schule und kommen als Dummköpfe wieder raus“ – Ein Satz, den ich letztens wieder irgendwo hörte, und mir dabei dachte: Ja, in unserem System ist tatsächlich der Wurm drin…

 

Warum Kinder eigentlich Genies sind …

Das ist eigentlich einfach, wenn man bedenkt, was wir und unser Gehirn ab unserer Geburt so alles geleistet haben:

Von einem Säugling, das nicht wusste, was es eigentlich benötigt, sondern nur schrie und weinte, wenn etwas nicht schön war, entwickelten wir uns zu einem Menschen, der sich verbal und körperlich (weitgehend) ausdrucken konnte, wonach es ihm begehrte. Wir lernten von Null auf 100 aufstehen, sitzen, laufen …. Wir lernten eine Sprache, wir lernten Gesichtsausdrücke zu interpretieren, wir lernten singen, musizieren, tanzen und noch so vieles mehr.

Ein Bildungssystem für die Dummheit …

Ja, diese Überschrift ist provokant, das ist gewollt. Denn wir lehren unseren Kindern das Laufen und die Freiheit und packen sie ab dem Alter von sechs oder sieben Jahren in Schulen und verbieten ihnen Bewegung, wenn ihnen danach ist, geben ihnen nur dann gute Beurteilungen, wenn sie so funktionieren, wie andere es von ihnen erwarten, wir stecken sie in ein Leistungssystem, das nur die belohnt, die wie die angepasste Mehrheit ist und nicht durch Individualität auffällt.

Die Individualität unserer Kinder, über die wir früher noch stolz waren und über die wir noch freudestrahlend anderen berichteten, unterbinden wir mit unserem Bildungs-und Schulsystem. Wir schieben die Kinder in Schubladen und wollen auch, dass sie in ihren Schubladen bleiben. Wir setzen Grenzen und pflegen die gleichen Glaubenssätze, die wir selbst auch erfahren haben… Der Kreis schließt sich. Und wieder haben wir eine Grenze geschaffen.

Aber wollen wir das, was über Jahrhunderte lief, tatsächlich weiter behalten? Ist das wirklich unser Plan?

 

Grenzen und Glaubenssätze verändern nicht die Welt …

Hätten die Brüder Wright sich an die Grenzen gehalten, die man ihnen beigebracht hat, würden wir heute nicht fliegen, hätte der Uhrmacher Heinrich Goebel  nicht die erste Glühlampe zum Leuchten gebracht, so säßen wir heute noch bei Kerzenschein da und hätte Benz nicht den ersten Benzinmotor erfunden, dann …

Man könnte so weiter spinnen und schreiben.

Ich frage Sie: Was haben diese Menschen gemein?

Die Antwort ist leicht: Es ist die Tatsache, dass sie sich NICHT an Grenzen orientiert haben, ihre Visionen NICHT aufgegeben und sich NICHT an Glaubenssätze, die Grenzen schafften, gehalten haben. Sie haben Ihren Individualismus gelebt und arbeiteten grenzüberschreitend und visionär.

Wer Glaubenssätze und das Anhaften an Grenzen im Coaching abgibt, hat den ersten Schritt zum Glück und zur Gesundheitserhaltung getan …

Einen Glaubenssatz oder eine Grenze im Erwachsenenalter loszulassen, fällt einem wirklich schwer. Ich weiß, wovon ich rede. Ich selbst habe eine ganze Liste dieser Grenzen und Glaubenssätze in den letzten sieben Jahre langsam los gelassen und gebe heute noch einige ab, denn ich entwickle mich täglich weiter in meiner grenzenlosen Sicht der Dinge …

Wenn wir uns weiter entwickeln wollen und wenn wir gesund und glücklich sein wollen, liegt der erste Schritt darin, zu erkennen, welche Grenzen und Glaubenssätze man lebt (Status Quo – Ermittlung) und wohin die Reise gehen soll (Ziel-Ermittlung).

Oft liest man „Der Weg sei das Ziel“. In gewisser Weise stimmt das auch, denn ab dem Moment, in dem man seine Komfortzone verlässt und seine erste Grenze überschreitet, eröffnen sich einem neue Bereiche und Felder, mit neuen Grenzen und neuen Erkenntnissen.

 

Ein Steinwurf im Leben…

Sie kennen ihn, den Stein, den wir als Kinder in den See warfen und dabei wetteten, wer es schaffte, diesen am meisten hüpfen zu lassen.

Wenn Sie Ihr Leben verändern wollen, sind Sie der Stein, Sie entscheiden, wie weit Sie gehen wollen und manchmal entdecken Sie auf dem Weg, wie toll das Hüpfen doch ist und springen einfach immer weiter…

Das Gefühl der Grenzenlosigkeit kann sich einstellen. Ich warne Sie, ich beglückwünsche Sie und motiviere Sie. Das Gefühl, welches Sie dabei entwickeln, ist unglaublich!

Glaubenssätze können unsere Stressverstärker sein …

Wenn wir an Glaubenssätzen wie „ich muss perfekt“, oder „ich muss stark sein“ oder „ich muss beliebt sein“ festhalten, erleben Sie Ihre Stressverstärker. Denn sobald einer Ihrer Glaubenssätze aufgrund von Umweltbedingungen, Ihrer Talente oder anderen Gründen nicht erfüllt werden kann, erfahren Sie Druck und Stress. Sie kennen das Pfeifen im Ohr? Dann ist es ein Tinitus,, der Sie davor warnt, Ihrem Stressverstärker in einer ungünstigen Situation nachzugeben.

Gerade in der Burnout-Prävention arbeiten wir Coaches und Therapeuten diese Stressverstärker mit Ihnen aus und prüfen, wo Ihre persönlichen Grenzen liegen und ob es tatsächlich auch Ihre Grenzen sind (oftmals leben wir das, was uns von unseren Bezugspersonen beigebracht wurde).

 

Ein Beispiel für einen Stressverstärker habe ich noch zum Schluss:

Wer ein kreativer Mensch ist und zu Ideenreichtum neigt, könnte Probleme mit dem Perfektionismus in einem Ordnungssystem bekommen. Kreativität fordert Chaos. Und hier stellt sich der Stress immer wieder ein, wenn Chaos ausbricht und die Ordnung, die man in seiner Umgebung halten will, weil man es so gelernt hat, nicht zustande kommen kann … Der Klient steckt im Dilemma: Ordnung und Grenzen? Oder Chaos und das Leben seiner Kreativität. Wer sich gegen seine Natur verbiegt, wird krank. Das ist Fakt.

Mein Appell an Sie: Reflektieren Sie und geben Sie es an Ihre Kinder weiter …

Wer Kinder hat, hat die Chance, sie so zu begleiten (ich sage bewusst nicht erziehen oder formen!), dass sie zu Individualisten werden. Nutzen Sie die Chance, wenn Sie ein Coaching gebucht haben. Nutzen Sie das neue Wissen und zeigen Sie Ihren Kindern, wie es auch und vor allem sogar besser gehen kann. Zeigen Sie Ihren Kindern dass Träume umsetzbar sind, dass jeder von uns ein Wunder auf dieser Welt ist und dass wir gemeinsam viel schaffen können, aber nicht alle dabei gleich ticken müssen: Es herrscht kein Mangel, sondern Ergänzung ist die Formel der Gemeinschaft.

 

Glaubenssätze können nicht mehr gelöscht werden…

Ein Glaubenssatz, der sich Jahrzehnte lang in unserem Denken verankert hat, kann nicht gelöscht werden, aber es gibt  trotzdem eine gute Nachricht: Wir können ihn umschreiben. Sie wollen wissen, wie es geht? Dann buchen Sie ein Coaching bei mir. Sehen Sie hier meine Angebote.

Fotos: Pixabay.com

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