die große Auszeit – von Brina Stein

Vorwort von mir

Wer wünscht sie sich nicht irgendwann herbei: die große Auszeit. Einmal exotische Orte mit anderen Augen betrachten zu können und sich dabei länger als eine Woche aus der Hektik des Alltags herauszunehmen?

Die Autorin Brina Stein hat es mit ihrem Mann gewagt und diesen Traum in die Wirklichkeit umgesetzt: den Traum der Auszeit in der weiten Welt. Das Ergebnis könnte Sie überraschen, vielleicht auch erschrecken, aber ganz sicher zum Nachdenken bringen.

Was ich mir dachte, als ich den Text gelesen habe:

Als ich Brinas Beitrag las, wünschte ich mir sofort mehr darüber lesen zu dürfen und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Vielleicht geht es Ihnen bald auch so?

Da ich selbst im letzten Jahr eine große Wandlung in meinem Leben  erfahren habe, bin ich der Autorin heute viel näher als gestern. Brina Steins Zeilen berührten mein Herz.

Lesen Sie hier über die große Auszeit von und mit Brina Stein:

 

(M)eine Auszeit(en)

Einer meiner Lebensträume war, einmal eine Kreuzfahrt um die Welt machen zu können. Schon als Kind habe ich davon geträumt, woran vermutlich die TV-Sendung ,Das Traumschiff‘ schuld war. Als ich Mitte zwanzig war, las ich bestimmt zwanzigmal das Buch ,Promenadendeck‘ von Heinz G. Konsalik, das auf einer Reise um die Welt spielt.

Am 6. Januar 2015 war es dann endlich so weit, mit der Costa Deliziosa lief ich aus zu einer Kreuzfahrt um die Welt, die 115 Tage – vier Monate – dauern würde. Von Italien aus ging es rund um Südamerika, durch die Südsee nach Neuseeland und Australien. Danach nahmen wir Kurs auf Südafrika und Namibia, bis wir schließlich am 1. Mai 2015 wieder den Hafen von Savona in Italien erreichten. Unendlich viele Erlebnisse und Begegnungen prägten diese Reise, die man kaum in einem Blog in ein paar Zeilen wiedergeben kann.

Über ein Jahr im Voraus hatten mein Mann und ich diese Reise vorbereitet und wir brauchten nach unserer Rückkehr nach Deutschland über drei Monate, bis wir uns wieder in unseren normalen Alltag einfinden konnten.

In den ersten Wochen der Reise war ich einfach nur müde, musste runterkommen. Denn immer hatte im Vorbereitungsjahr auch die Angst gelauert, dass womöglich irgendwas dazwischenkommen könnte. Auch beruflich war ich stärker eingespannt, eine Vertretung musste eingearbeitet werden und ich versuchte, möglichst viele Dinge für meine Abwesenheit vorzubereiten.

Als ich an meinem ersten Arbeitstag wieder im Büro saß, fühlte ich mich wie in Trance. Die Weltkarte mit der Route, die wir als Erinnerung von Costa-Kreuzfahrten geschenkt bekommen hatten, machte es nicht besser. Zwar verrichtete ich nach wie vor gewissenhaft meine Arbeit, doch es fühlte sich anders an als zuvor.

 

Die Zeit danach …

Oft dachte ich an unseren Besuch in Australien, wo ich mich so frei und unbeschwert wie noch nie in meinem Leben gefühlt hatte und ernsthaft überlegt hatte, anstatt ins Büro zu gehen, lieber etwas mit Tieren zu machen. Wenn man sich einen Traum erfüllen kann, ist man dankbar, aber es ist auch ein Abschnitt, der einen Menschen prägt. Ich war so neugierig, was nach dieser Weltreise passieren würde.

 

Was dann passierte, war ein harter, privater Schicksalsschlag, der mein Leben komplett veränderte. Heute befinde ich mich wieder in einer Auszeit, und ich habe diese auch noch um ein weiteres Jahr verlängert, um hier zu Hause helfen zu können.

Sehr oft denke ich an die Zeit zurück, die ich auf dem Schiff verbracht habe. Vergessen sind die langen 68 Tage, in denen wir nur Wasser sahen. Was haben wir nicht alles erlebt und gesehen. Dann bin ich immer sehr traurig, aber auch dankbar, denn diese Eindrücke kann mir niemand nehmen. Die Auszeit, die ich momentan mache, tut mir mal gut, mal aber auch weniger gut. Als Autorin habe ich natürlich jetzt viel mehr Zeit, mich um Dinge zu kümmern, die sonst immer liegen geblieben sind. Der Kopf ist freier für neue Gedanken und Ideen. Das Büro in Frankfurt und seine Menschen vermisse ich, vor allem die Gespräche am Rande. Auszeit ist also nicht immer gleich Auszeit, aber ich sehe die aktuelle auch als Chance und werde sehen, wohin sie mich führen wird.

 

Wer mehr wissen möchte über Brina Stein …:

Sabrina Reulecke (Kreuzfahrtautorin) schreibt unter dem Namen: Brina Stein. Sie wurde in Berlin geboren, ist in Lübeck aufgewachsen und lebt heute mit ihrem Mann im Taunus.

Vor über fünfzehn Jahren hat sie die Kreuzfahrt für sich entdeckt. Fasziniert von den Möglichkeiten in einem Urlaub verschiedenste Länder zu entdecken, begann sie das Reisen mit dem Schreiben zu verbinden.

Ihre Reiseerlebnisse wurden so zur Vorlage ihrer fiktiven Geschichten. „115 Tage an Tisch 10 Wellengeflüster auf Weltreise“ ist ihr sechstes Buch (erschienen im Verlagshaus el Gato am 01.02.2017). In diesem hat sie ihre Erfahrungen und Eindrücke ihrer Auszeit, der Weltreise, verarbeitet.

 

(Fotos: Pixabay und Brina Stein)

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